Samstag 21. Oktober 2017

Exkommunikation Martha und Gert Heizer

26.5.2014. Wir, die österreichische Pfarrer-Initiative, sind tief betroffen vom Vorgehen der Kirchenleitung gegen Martha und Gert Heizer. Die Exkommunikation wird über zwei Kirchenmitglieder verhängt, die sich seit Jahrzehnten leidenschaftlich und mit großem Engagement um die Reform unserer Kirche bemühen. Dieser Entscheid ist ein fatales Signal an alle, die mit Papst Franziskus auf eine den Menschen nahe, liebevolle Kirche hoffen. Welches Zeichen sendet eine Kirche, die sexuelle Missbrauchstäter in den eigenen Reihen mit geringerer Strafe belegt als  Kirchenmitglieder, die durch ihre persönliche Glaubenspraxis zum Ausdruck bringen, wie sehr sie an den Grenzen der geltenden Kirchenordnung leiden?

 

Martha und Gert Heizer haben mit ihrer Eucharistiefeier ohne Priester einen Schritt gesetzt, über den man gewiss verschiedener Meinung sein und den man als prophetisch und einer Gesamtreform der Kirche förderlich einschätzen kann, oder auch nicht. Für die Pfarrer-Initiative gehören Eucharistiefeier und Priesteramt zusammen, solange die Kirche ihren Gemeinden Priester zur Verfügung stellen kann, die das Leben und den Glaubensweg der Menschen teilen.

 

Allerdings nimmt die derzeitige Entwicklung in der Kirche immer mehr Gemeinden die Möglichkeit der sonntäglichen Eucharistiefeier mit einem ordinierten Priester. Insofern legen Martha und Gert Heizer den Finger auf eine Wunde, die in den Gemeinden weltweit immer mehr schmerzt: dass die Eucharistie, die Messe, die zentrale Feier unseres Glaubens und des Lebens als Gemeinde wegen der abnehmenden Zahl an Priestern immer seltener möglich ist. Deshalb setzen sich die Kirchenreformbewegungen seit langem dafür ein, dass das Priesteramt auch für verheiratete Männer und für Frauen geöffnet wird und gemeinsam mit den Kirchenbürgerinnen und -bürgern neue Formen von Gemeindeleitung entwickelt werden.

 

Die „Ex-Kommunikation“ von Martha und Gert Heizer bedeutet tatsächlich das Aus für Kommunikation im Sinn einer offenen und fairen Auseinandersetzung. Ein solches Vorgehen ist nicht nur grob unverhältnismäßig. Hier zeigt sich das Unvermögen unserer Kirchenleitung, Meinungsunterschiede und Konflikte im Sinne des Evangeliums in Liebe beizulegen. Das ist ein Armutszeugnis.

 

Wir appellieren daher an die Leitungsverantwortlichen, die Exkommunikation zurückzunehmen und stattdessen in einen ehrlichen und fairen Dialog mit den Kirchenreformbewegten über die Zukunft der Kirche einzutreten.

 

Die Pfarrer-Initiative

gez. Helmut Schüller, Vorsitzender 

 

PDF-Download (deutsch)

PDF-Download (english)

Die PI in Österreich

9 Bundesländer

385 Mitglieder

3.433 UnterstützerInnen

Unser Leitbild

MITMACHEN

Presseschau

〉 Neuer Bischof in Innsbruck

  DerStandard 23.09.2017

 

〉 PI: Sedisvakanz in Innsbruck "untragbar"

  ORF-Religion 12.09.2017

 

〉 Ein Streitbarer schafft sich ab

  Salzburger Nachrichten 01.09.2017

 

〉 Vatikan-Zeitung kritisiert Reformunwillen

  ORF-Religion 23.07.2017

 

〉 Warten auf den Bischof

  Profil 28.06.2017

 

〉 PI-Pfarrer segnet Homoehe

  Kurier 19.06.2017

 

〉 PRESSEKONFERENZ 04.05.2017

  zum Medienecho

 

〉 "Provokation für die Bischöfe"

  Die Presse 15.04.2017

 

〉 Papst-Interview in der ZEIT

  DIE ZEIT 08.03.2017

 

〉 Studiogespräch mit Pfarrer Schüller

  ORF-Orientierung 26.02.2017

 

〉 Schönborns Reform: Priester skeptisch

  Die Presse 17.02.2017

 

〉 Fünf Jahre "Aufruf zum Ungehorsam"

  Die Presse 19.06.2016

 

ALLE ARTIKEL

  • iconhelmutschueller.png
  • iconunterstuetzenspenden.png
  • iconkontaktaufnehmen.png
Aufruf zum Ungehorsam

5

WIR WERDEN AUCH DAS PREDIGTVERBOT FÜR KOMPETENT AUSGEBILDETE LAIEN UND RELIGIONSLEHRERINNEN MISSACHTEN.

 

Es ist gerade in schwerer Zeit notwendig,

das Wort Gottes zu verkünden.

PFARRER-INITIATIVE
Marschallplatz 6
A-1120 Wien

+43 (0) 664-94 384 79
kontakt@pfarrer-initiative.at
http://pfarrer-initiative.at/